Autorin: Marie Benedict
Übersetzung aus dem Englischen von Karen Gerwig & Marieke Heimburger
Buchbeschreibung kurz & knapp zusammengefasst
Zwischen den Weltkriegen gehört die Aufmerksamkeit der gesellschaftlichen Szene auch den Mitford-Schwestern, die schönen, brillanten und exzentrischen Damen der britischen High Society. Als Diana sich für den britischen Faschisten Sir Oswald Mosley von ihrem wohlhabenden Ehemann trennt, und ihre Schwester Unity für ein Sprachstudium nach München reist, um vor allem Adolf Hitlerkennenzulernen, gerät das Familiengerüst ins Wanken.
Während die Nazis in Deutschland an Macht gewinnen, versucht Mosley in Großbritannien die Faschisten zu pushen. Dabei wird er tatkräftig von seiner Geliebten Diana und deren Schwester Unity, die beide in Hitlers Inner Circle verkehren, unterstützt. Doch dann kommt Winston Churchill ins Spiel. Er ist der Mann einer Cousine der Mitford Schwester und bittet Nancy, die älteste der Mitford Schwestern, bei der Bekämpfung der Faschisten in Großbritannien um Unterstützung.
Meine persönlichen Leseeindrücke zu „Die Mitford Schwestern“
Ich habe mir von diesem Buch, dem 6. Roman der Reihe „Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte“ etwas anderes erwartet, z. T. inhaltlich aber vor allem vom Erzählstil. Die Autorin, von der ich die Bücher Mrs Agatha Christie, Die einzige Frau im Raum und Das verborgene Genie gelesen habe, kann es definitiv besser. Warum sie diesem Roman ein fast schon schnulzenhaftes Rosamunde Pilcher Flair verpasst hat, kann ich nicht verstehen. Auf jeden Fall hat diese britische Oberschichten-Story meinen Lesewillen sehr stark gefordert und wären nicht immer wieder die hoch interessanten, historisch mir unbekannten Tatsachen um die Rolle der Mitford – Schwestern vor und während des 2. Weltkrieges in den britisch-deutschen Beziehungen geschildert worden, ich hätte das Buch beiseitegelegt.
Dieser neueste Roman widmet sich der 1930ger Jahre in Großbritannien und Deutschland und erzählt von drei der sechs legendären Mitford Schwestern und ihren extremen und äußerst konträren politischen Anschauungen. Ich muss mit Erstaunen feststellen, dass mir die Mitford Schwestern Diana, Nancy und Unity vollkommen unbekannt sind, genauso wie ihre politische Rolle vor und zu Beginn des 2. Weltkrieges. Mir ist bekannt, dass es in Großbritannien Sympathisanten der Nazis gab, auch aus der englischen Adelsschicht, zu der vermutlich auch Ex König Eduard VIII gehörte, und dass Winston Churchill ein erklärter Hitlergegner war.
Was ich nicht wusste, und Marie Benedict mit ihrem Roman ändert, sind die familiären Verbindungen zu Churchill und vor allem die politische Stellung der Mitford Schwestern Diana und Unity in den britisch – deutschen Beziehungen. Dass die Schwestern zum Inner Circle von Hitler gehörten, nehme ich mit großer Überraschung zur Kenntnis.
Weniger interessant, fast schon schwülstig trivial, empfinde ich hingegen die Familiengeschichte der Mitfords. Dieses Oberschichtengehabe kann man besser und vor allem zeitgemäßer erzählen. Selbst P.G. Wodehouse liest sich moderner und britischer! Sehr schade, denn der eigentliche Handlungsstrang, die politische Rolle in den britisch – deutschen Beziehungen der Mitford Schwestern in den 1930ger Jahren, hätte weitaus mehr hergegeben.
Leider werden die Bücher von Marie Benedict immer von anderen Übersetzerinnen ins Deutsche übertragen. Vielleicht hat dies auch zum verhaltenen Lesevergnügen beigetragen.
Fazit
Der neueste Roman „Die Mitford Schwestern“ aus der Reihe „Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte“ liefert im Rosamunde Pilcher Flair eine Nacherzählung der politischen Rolle in den britisch – deutschen Beziehungen der 1930ger Jahre der Mitford Schwestern Diana und Unity und ihrer größten Widersacherin, der ältesten Schwester Nancy. Ich hatte mir mehr versprochen.

Die Autorin
Marie Benedict, geboren 1973, studierte am Boston College Geschichte und Kunstgeschichte und an der Boston University School of Law. Ihre Bücher über starke Frauen der Weltgeschichte haben Bestsellerstatus. Sie ist Anwältin und lebt mit ihrer Familie in Pittsburgh.
© Anthony Musmanno
Die Übersetzerinnen
Karen Gerwig studierte Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaften in Germersheim und Rennes (Frankreich). Sie übersetzt aus dem Französischen, Englischen und Portugiesischen. Zu den von ihr übersetzten Autorinnen gehören Meena Kandasamy, Melissa Broder, Denise Mina und Hiromi Goto. Sie lebt in München und besitzt leider keinen Zweitwohnsitz in Frankreich.
Marieke Heimburger, geboren 1972, hat in Düsseldorf Literaturübersetzen für Englisch und Spanisch studiert. Seit 1998 übersetzt sie englischsprachige Literatur, u.a. Stephenie Meyer, Rowan Coleman, Kiera Cass, Sally McGrane, seit 2010 auch aus dem Dänischen, u.a. Jussi Adler-Olsen, Anna Grue, Mads Peder Nordbo.
Bibliographische Daten (Stand Oktober 2024 – Kiepenheuer&Witsch)
- TITEL: Die Mitford Schwestern
- AUTORIN: Marie Benedict
- ÜBERSETZUNG: Karen Gerwig & Marieke Heimburger
- GENRE: Roman
- BUCHREIHE: Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte, Band 6
- VERLAG: Kiepenheuer & Witsch
- UMFANG: 416 Seiten
- ERSCHEINUNGSDATUM: 10. Oktober 2024
- ISBN-13: 978 3 4620 0466 3
In meinem Blog finden Sie von Marie Benedict weitere Romane über Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte:



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